Warum Investoren als strategische Käufer attraktiv sind
Investoren bringen nicht nur Kapital, sondern auch strategisches Know-how mit
Investoren unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen potenziellen Käufern. Sie verfügen über spezialisiertes Fachwissen, ein umfangreiches Netzwerk und klare Vorstellungen davon, wie sie den Wert eines Unternehmens steigern können. Dies macht sie zu besonders attraktiven Käufern für Unternehmer, die nicht nur einen guten Preis erzielen, sondern auch die Zukunft ihres Unternehmens sichern möchten.
Vorteile von Investoren als Käufer:
- Schneller Zugang zu Kapital und effiziente Entscheidungsprozesse
- Professionelle Transaktionserfahrung und realistische Bewertungsansätze
- Strategisches Know-how zur Weiterentwicklung des Unternehmens
- Flexible Beteiligungsmodelle (Vollverkauf oder Teilbeteiligung möglich)
- Zugang zu internationalen Märkten und Netzwerken
Ein Maschinenbauunternehmen aus Stuttgart verkaufte 2023 eine 30%-Beteiligung an einen Private-Equity-Fonds. Der Investor brachte nicht nur frisches Kapital mit, sondern öffnete auch Türen zu internationalen Märkten. Innerhalb von 18 Monaten konnte der Umsatz um 40% gesteigert werden – ein Erfolg, den das Unternehmen allein kaum hätte erreichen können.
1. Vorbereitung: Die Basis für einen erfolgreichen Verkauf
Die gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmensverkauf. Investoren prüfen potenzielle Übernahmekandidaten akribisch und legen großen Wert auf transparente, nachvollziehbare Unternehmenskennzahlen und eine klare Zukunftsperspektive.
Professionelle Unternehmensbewertung durchführen
Bevor Sie mit potenziellen Investoren in Kontakt treten, sollten Sie den Wert Ihres Unternehmens realistisch einschätzen können, um Fehler zu vermeiden. Hierfür gibt es verschiedene Bewertungsmethoden:
Multiplikatoren-Methode
Bei dieser Methode wird der Unternehmenswert durch Multiplikation einer Kennzahl (meist EBIT oder EBITDA) mit einem branchenüblichen Faktor ermittelt. Für mittelständische Unternehmen liegen diese Multiplikatoren je nach Branche typischerweise zwischen 4 und 8.
Discounted-Cash-Flow-Methode
Diese Methode berücksichtigt die zukünftigen Cashflows des Unternehmens und diskontiert diese auf den heutigen Wert. Sie eignet sich besonders für Wachstumsunternehmen, deren Wert stark von zukünftigen Erträgen abhängt.
Eine sorgfältige Dokumentation und Bewertung vom Gutachter bildet die Grundlage für Investorengespräche
Notwendige Dokumentation vorbereiten
Investoren erwarten eine umfassende und transparente Dokumentation. Folgende Unterlagen sollten Sie frühzeitig zusammenstellen:
| Dokumententyp | Relevante Zeiträume | Besondere Anforderungen |
| Jahresabschlüsse | Letzte 3-5 Jahre | Testierte Abschlüsse werden bevorzugt |
| Betriebswirtschaftliche Auswertungen | Monatliche BWAs der letzten 24 Monate | Mit Vorjahresvergleichen |
| Geschäftsplan | Aktuelle Version mit 3-5 Jahres-Prognose | Realistische Wachstumsannahmen |
| Kundenstruktur | Aktuelle Übersicht | Umsatzverteilung, Vertragslaufzeiten |
| Personalübersicht | Aktueller Stand | Organigramm, Schlüsselpositionen |
Unternehmensoptimierung vor dem Verkauf
Um den Wert Ihres Unternehmens zu maximieren, sollten Sie vor dem Verkauf gezielt Optimierungsmaßnahmen durchführen:
Wertsteigernde Maßnahmen
- Bereinigung außerordentlicher Aufwendungen und Erträge
- Optimierung des Working Capitals
- Dokumentation von Wachstumspotenzialen
- Sicherung von Schlüsselmitarbeitern
- Konsolidierung des Produktportfolios
Zu vermeidende Fehler
- Kurzfristige Kostenreduktion auf Kosten der Substanz
- Vernachlässigung von Investitionen
- Überhöhte Umsatzprognosen
- Ungelöste rechtliche Probleme
- Intransparente Gesellschafterstrukturen
2. Käufersuche: Die richtigen Investoren identifizieren
Die Suche nach dem passenden Investor ist entscheidend für den Erfolg des Unternehmensverkaufs. Verschiedene Investorentypen verfolgen unterschiedliche Strategien und haben spezifische Anforderungen an potenzielle Übernahmekandidaten.
Die Wahl des richtigen Investors beeinflusst maßgeblich die Zukunft des Unternehmens
Verschiedene Investorentypen im Überblick
Private Equity Fonds
Fokus: Mittelfristiger Wertzuwachs (3-7 Jahre)
Vorteile: Professionelles Management, Zugang zu Kapital, Branchenerfahrung
Nachteile: Hohe Renditeerwartungen, oft tiefgreifende Umstrukturierungen
Strategische Investoren
Fokus: Langfristige Integration, Synergien
Vorteile: Höhere Bewertungen möglich, Branchenkenntnis
Nachteile: Oft vollständige Integration, Verlust der Eigenständigkeit
Family Offices
Fokus: Sehr langfristige Investments, Werterhalt
Vorteile: Geduldiges Kapital, weniger Renditedruck
Nachteile: Oft geringere Bewertungen, selektive Branchen
Plattformen und Netzwerke für die Investorensuche
Es gibt verschiedene Wege, um potenzielle Investoren zu identifizieren:
- M&A-Plattformen: Spezialisierte Online-Marktplätze wie AXICA, DealFlow oder Mergermarket
- Branchenveranstaltungen: Messen, Konferenzen und Netzwerkveranstaltungen in Ihrer Branche
- Spezialisierte M&A-Berater: Berater mit Zugang zu Investorennetzwerken und Erfahrung in Ihrer Branche
- Banken und Finanzdienstleister: Insbesondere Investmentbanken und Corporate Finance Abteilungen
Professionelle Unterstützung bei der Investorensuche
Die Suche nach dem richtigen Investor erfordert Erfahrung und ein gutes Netzwerk. Unsere M&A-Experten unterstützen Sie bei der gezielten Ansprache passender Investoren für Ihr Unternehmen.
Die Rolle von M&A-Beratern im Verkaufsprozess
Ein erfahrener M&A-Berater kann den Verkaufsprozess erheblich erleichtern und den erzielbaren Kaufpreis steigern. Die Beauftragung eines spezialisierten Beraters bietet mehrere Vorteile:
M&A-Berater bringen wertvolle Erfahrung und Netzwerke in den Verkaufsprozess ein
- Professionelle Aufbereitung der Verkaufsunterlagen
- Diskreter Zugang zu qualifizierten Investoren
- Erfahrung in der Verhandlungsführung
- Moderation des Due-Diligence-Prozesses
- Emotionale Distanz in kritischen Verhandlungsphasen
3. Deal-Strukturierung: Verkaufsmodelle und Beteiligungsformen
Die Strukturierung des Deals ist ein entscheidender Aspekt beim Unternehmensverkauf an Investoren. Je nach Zielsetzung des Verkäufers und den Anforderungen des Investors gibt es verschiedene Modelle, die unterschiedliche steuerliche und rechtliche Implikationen haben.
Vollverkauf vs. Beteiligung
Vollverkauf (100% Exit)
Beim Vollverkauf überträgt der Unternehmer sämtliche Anteile an den Investor. Dies bietet einen klaren Schnitt und maximale Liquidität, bedeutet aber auch den vollständigen Kontrollverlust über das Unternehmen.
Besonders geeignet für: Unternehmer, die sich vollständig zurückziehen möchten oder eine Nachfolgelösung suchen.
Beteiligungsmodelle
Bei Beteiligungsmodellen verkauft der Unternehmer nur einen Teil seiner Anteile. Dies ermöglicht die Kombination von Liquidität und fortgesetzter Mitgestaltung. Typische Beteiligungsquoten liegen zwischen 25% und 75%.
Besonders geeignet für: Unternehmer, die weiterwachsen möchten oder einen schrittweisen Ausstieg planen.
Die Vertragsgestaltung beim Unternehmensverkauf erfordert juristische Expertise
Asset Deal vs. Share Deal
Bei der Transaktionsstruktur unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Modellen:
| Aspekt | Asset Deal | Share Deal |
| Verkaufsgegenstand | Einzelne Vermögensgegenstände | Gesellschaftsanteile |
| Steuerliche Behandlung Verkäufer | Volle Besteuerung des Veräußerungsgewinns | Teileinkünfteverfahren (60% steuerpflichtig) |
| Haftungsübergang | Nur explizit übernommene Verbindlichkeiten | Alle Verbindlichkeiten gehen über |
| Präferenz Käufer | Meist bevorzugt (Abschreibungspotenzial) | Einfachere Abwicklung |
| Präferenz Verkäufer | Selten bevorzugt | Meist bevorzugt (Steuervorteile) |
Earn-out-Klauseln und Kaufpreismodelle
Earn-out-Klauseln sind ein wichtiges Instrument zur Überbrückung unterschiedlicher Preisvorstellungen zwischen Käufer und Verkäufer. Sie machen einen Teil des Kaufpreises von der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens abhängig.
„Ein gut strukturierter Earn-out kann die Interessen von Käufer und Verkäufer in Einklang bringen und den Gesamtkaufpreis erheblich steigern – vorausgesetzt, die Kennzahlen und Zeiträume sind fair definiert.”
Typische Earn-out-Strukturen basieren auf:
- Umsatzentwicklung: Einfach zu messen, aber wenig Einfluss auf Profitabilität
- EBITDA-Ziele: Aussagekräftiger, aber anfällig für Bilanzierungsspielräume
- Strategische Meilensteine: Z.B. Erschließung neuer Märkte oder Produkteinführungen
- Kundenbindung: Besonders relevant bei personenbezogenen Dienstleistungen
Praxisbeispiel: Erfolgreicher Earn-out
Ein IT-Dienstleister aus München wurde 2022 an einen strategischen Investor verkauft. Der Kaufpreis setzte sich aus einer Sofortzahlung (70%) und einem Earn-out (30%) zusammen, der an die EBITDA-Entwicklung der folgenden drei Jahre gekoppelt war. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Investor konnte das EBITDA um 45% gesteigert werden, wodurch der Earn-out vollständig ausgezahlt wurde.
4. Finanzierungsmodelle: Wie Investoren den Kauf strukturieren
Die Finanzierungsstruktur eines Unternehmenskaufs hat erheblichen Einfluss auf die Zukunft des Unternehmens. Verschiedene Investorentypen nutzen unterschiedliche Finanzierungsmodelle, die jeweils spezifische Vor- und Nachteile bieten. (z.B. ohne Eigenkapital oder ohne Bank oder Fördermittel als Alternative)
Die Finanzierungsstruktur beeinflusst maßgeblich die Post-Deal-Phase
Venture Capital für Wachstumsunternehmen
Venture Capital eignet sich besonders für junge Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, aber noch begrenzter Profitabilität.
- Typische Zielunternehmen: Technologieunternehmen, Startups, disruptive Geschäftsmodelle
- Investitionshorizont: 5-7 Jahre
- Beteiligungsquoten: Meist Minderheitsbeteiligungen (10-49%)
- Renditeerwartung: Sehr hoch (>25% p.a.)
Private Equity für etablierte Unternehmen
Private-Equity-Fonds investieren typischerweise in etablierte, profitable Unternehmen mit stabilen Cashflows.
Leveraged Buyout (LBO)
Beim LBO wird ein erheblicher Teil des Kaufpreises durch Fremdkapital finanziert, das durch die zukünftigen Cashflows des Unternehmens bedient werden soll.
Risiko: Hohe Verschuldung kann das Unternehmen bei Markteinbrüchen gefährden.
Growth Capital
Bei dieser Variante steht die Wachstumsfinanzierung im Vordergrund. Der Investor stellt Kapital für Expansion, Akquisitionen oder Internationalisierung bereit.
Vorteil: Geringere Verschuldung, Fokus auf Wachstum statt Restrukturierung.
Buy-and-Build
Der Investor nutzt das erworbene Unternehmen als Plattform für weitere Zukäufe in der gleichen Branche, um Synergien zu heben und Marktanteile zu gewinnen.
Chance: Erhebliches Wertschöpfungspotenzial durch Konsolidierung.
Strategische Investoren und ihre Finanzierungsansätze
Strategische Investoren verfolgen meist langfristige Ziele und finanzieren Übernahmen häufig aus eigenen Mitteln oder über ihre bestehenden Finanzierungsstrukturen.
- Eigenkapitalfinanzierung: Nutzung vorhandener Liquidität oder Kapitalerhöhungen
- Konzernfinanzierung: Interne Darlehen oder Cash-Pooling-Strukturen
- Hybridmodelle: Kombination aus Eigenkapital und Akquisitionsfinanzierung
Achtung bei Verkäuferdarlehen
Manche Investoren fordern vom Verkäufer ein Darlehen als Teil der Kaufpreisfinanzierung. Dies kann ein Warnsignal für mangelnde Finanzkraft sein. Verkäuferdarlehen sollten nur mit angemessenen Sicherheiten und Zinsen vereinbart werden.
5. Due Diligence: Die kritische Prüfungsphase
Die Due Diligence ist eine umfassende Prüfung des Unternehmens durch potenzielle Käufer. Sie dient der Verifizierung der vom Verkäufer gemachten Angaben und der Identifikation möglicher Risiken. Eine gute Vorbereitung auf die Due Diligence kann den Verkaufsprozess erheblich beschleunigen und das Vertrauen der Investoren stärken.
Eine professionelle Due Diligence erfordert sorgfältige Vorbereitung und Begleitung
Checkliste für die Due-Diligence-Vorbereitung
Die folgende Checkliste hilft Ihnen, sich optimal auf die Due Diligence vorzubereiten:
| Bereich | Erforderliche Unterlagen | Typische Prüfungsschwerpunkte |
| Finanzen | Jahresabschlüsse, BWAs, Finanzplanung, Controlling-Berichte | Umsatz- und Ergebnisentwicklung, Working Capital, Investitionen |
| Recht | Verträge, Gesellschaftsunterlagen, Prozessakten, Genehmigungen | Change-of-Control-Klauseln, Haftungsrisiken, IP-Rechte |
| Steuern | Steuererklärungen, Betriebsprüfungsberichte, Steuerbilanzen | Steuerrückstellungen, Verrechnungspreise, Steuerrisiken |
| Markt & Kunden | Kundenverträge, Umsatzanalysen, Marktanalysen | Kundenkonzentration, Vertragslaufzeiten, Wettbewerbsposition |
| Personal | Arbeitsverträge, Organigramm, Personalkosten | Schlüsselpersonen, Vergütungsstrukturen, Betriebsrat |
| IT & Technologie | IT-Infrastruktur, Lizenzen, Entwicklungsprojekte | Technologische Aktualität, Datenschutz, Cybersecurity |
Virtueller Datenraum: Das zentrale Werkzeug
Für eine effiziente Due Diligence ist ein professionell strukturierter virtueller Datenraum unerlässlich. Er ermöglicht den sicheren Austausch vertraulicher Dokumente mit potenziellen Investoren.
Ein gut strukturierter Datenraum erleichtert den Due-Diligence-Prozess erheblich
- Zugriffsrechte: Granulare Steuerung, wer welche Dokumente einsehen darf
- Tracking: Nachverfolgung, welche Dokumente von wem eingesehen wurden
- Q&A-Funktion: Strukturierte Beantwortung von Investorenfragen
- Sicherheit: Verschlüsselung und Schutz vor unbefugtem Zugriff
6. Verhandlungen & Abschluss: Den optimalen Deal sichern
Die Verhandlungsphase entscheidet letztlich über den Erfolg des Unternehmensverkaufs. Hier werden nicht nur der endgültige Kaufpreis, sondern auch wichtige Vertragsdetails wie Garantien, Freistellungen und Übergangsregelungen festgelegt.
Erfolgreiche Verhandlungen erfordern eine klare Strategie und professionelle Begleitung
Wichtige Verhandlungshebel
In Verkaufsverhandlungen gibt es mehrere Hebel, die den Kaufpreis und die Transaktionsstruktur beeinflussen können:
Kaufpreisrelevante Faktoren
- Normalisiertes EBITDA: Bereinigung um Sondereffekte und nicht betriebsnotwendige Kosten
- Working Capital: Definition des Normalbestands und Ausgleichsmechanismen
- Investitionsstau: Notwendige zukünftige Investitionen
- Synergien: Wertschöpfungspotenzial für den Käufer
Strukturelle Faktoren
- Garantien und Gewährleistungen: Art, Umfang und Laufzeit
- Earn-out-Mechanismen: Kennzahlen, Zeitraum, Berechnungsmethodik
- Mitarbeit des Verkäufers: Dauer und Umfang der Übergangsphase
- Wettbewerbsverbote: Geografische und zeitliche Beschränkungen
Vertragsgestaltung und rechtliche Aspekte
Der Kaufvertrag ist das zentrale Dokument der Transaktion und sollte folgende Aspekte umfassend regeln:
- Kaufgegenstand: Präzise Definition der zu verkaufenden Anteile oder Vermögenswerte
- Kaufpreis: Höhe, Zahlungsmodalitäten, Anpassungsmechanismen
- Closing-Bedingungen: Voraussetzungen für den rechtlichen Vollzug der Transaktion
- Garantien und Freistellungen: Zusicherungen des Verkäufers und Haftungsregelungen
- Übergangsregelungen: Management, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten
- Wettbewerbsverbote: Beschränkungen für den Verkäufer nach dem Verkauf
„Der Teufel steckt im Detail – besonders bei Garantien und Freistellungen. Eine präzise Formulierung kann den Unterschied zwischen einer erfolgreichen Transaktion und jahrelangen Rechtsstreitigkeiten ausmachen.”
Signing und Closing
Der formale Abschluss des Unternehmensverkaufs erfolgt in zwei Schritten:
Signing (Unterzeichnung)
Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags verpflichten sich beide Parteien rechtlich zur Durchführung der Transaktion. Zwischen Signing und Closing können mehrere Wochen oder Monate liegen, in denen noch Closing-Bedingungen erfüllt werden müssen.
Closing (Vollzug)
Beim Closing erfolgt der tatsächliche Eigentumsübergang. Der Kaufpreis wird gezahlt, die Anteile übertragen und alle erforderlichen Dokumente ausgetauscht. Mit dem Closing ist die Transaktion rechtlich abgeschlossen.
7. Nach dem Verkauf: Die Übergangsphase gestalten
Mit dem Closing ist der Verkaufsprozess formal abgeschlossen, doch für den Unternehmer und das Unternehmen beginnt nun eine wichtige Übergangsphase. Eine gut geplante Post-Merger-Integration ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Transaktion.
Eine strukturierte Übergangsphase sichert den langfristigen Erfolg der Transaktion
Rolle des Verkäufers in der Übergangsphase
Je nach Vereinbarung kann die Rolle des Verkäufers nach dem Closing unterschiedlich gestaltet sein:
- Vollständiger Ausstieg: Der Verkäufer zieht sich komplett zurück, steht aber für Rückfragen zur Verfügung
- Beraterfunktion: Der Verkäufer bleibt für einen definierten Zeitraum als Berater tätig
- Fortgesetzte Geschäftsführung: Der Verkäufer führt das operative Geschäft für eine Übergangszeit weiter
- Minderheitsbeteiligung: Der Verkäufer behält Anteile und bleibt als Gesellschafter involviert
Mitarbeiterkommunikation und Change Management
Die Kommunikation mit den Mitarbeitern ist ein kritischer Erfolgsfaktor in der Übergangsphase. Unsicherheit und Gerüchte können zu Produktivitätsverlusten und der Abwanderung von Schlüsselmitarbeitern führen.
Transparente Kommunikation reduziert Unsicherheit bei den Mitarbeitern
Empfehlungen für eine erfolgreiche Mitarbeiterkommunikation:
Best Practices
- Frühzeitige und transparente Information
- Klare Perspektiven für die Zukunft aufzeigen
- Persönliche Gespräche mit Schlüsselmitarbeitern
- Gemeinsame Kommunikation von altem und neuem Management
- Regelmäßige Updates zum Integrationsprozess
Typische Fehler
- Zu späte oder unvollständige Information
- Widersprüchliche Aussagen verschiedener Führungskräfte
- Ignorieren von Ängsten und Bedenken
- Unklare Zukunftsperspektiven
- Fehlende Einbindung des mittleren Managements
Steuerliche Aspekte nach dem Verkauf
Nach dem Verkauf müssen verschiedene steuerliche Aspekte beachtet werden:
- Veräußerungsgewinnbesteuerung: Je nach Rechtsform und Verkaufsstruktur greifen unterschiedliche Steuersätze
- Reinvestition des Verkaufserlöses: Möglichkeiten zur steueroptimierten Anlage
- Steuerliche Meldepflichten: Fristgerechte Information der Finanzbehörden
- Earn-out-Besteuerung: Zeitpunkt der Steuerpflicht bei nachträglichen Kaufpreisanpassungen
Praxistipp: Holdingstruktur für Steueroptimierung
Wenn Sie den Verkauf Ihres Unternehmens langfristig planen, kann die Einbringung in eine Holdinggesellschaft steuerliche Vorteile bieten. Bei einem späteren Verkauf der Anteile durch die Holding fallen nur 5% des Veräußerungsgewinns unter die Körperschaftsteuer.
Fazit: Der Unternehmensverkauf als strategischer Prozess
Der Verkauf eines Unternehmens an Investoren ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung, professionelle Begleitung und strategisches Geschick erfordert, damit man Fehler vermeidet und am Ende alles rechtlich abgesichert ist. Mit der richtigen Vorbereitung und den strukturierten Methoden können Sie nicht nur einen attraktiven Kaufpreis erzielen, sondern auch die Zukunft Ihres Unternehmens sichern.
Ein erfolgreicher Unternehmensverkauf schafft Werte für alle Beteiligten
5 Punkte, die jeder Verkäufer vor Investor-Gesprächen prüfen muss
- Realistische Unternehmensbewertung: Kennen Sie den Wert Ihres Unternehmens auf Basis anerkannter Bewertungsmethoden (Multiplikatoren usw.)? Und wann ist eine Unternehmensbewertung durch einen Gutachter sinnvoll?
- Vollständige Dokumentation: Sind alle relevanten Unterlagen für die Due Diligence vorbereitet und strukturiert?
- Klare Verkaufsstrategie: Haben Sie definiert, welche Art von Investor Sie suchen und welche Ziele Sie mit dem Verkauf verfolgen?
- Bereinigtes EBITDA: Haben Sie außerordentliche Aufwendungen und Erträge identifiziert und dokumentiert?
- Persönliche Zukunftsplanung: Sind Ihre Vorstellungen zur eigenen Rolle nach dem Verkauf klar definiert?
Professionelle Unterstützung für Ihren Unternehmensverkauf
Der Verkauf Ihres Unternehmens ist eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen. Unsere M&A-Experten unterstützen Sie in jeder Phase des Prozesses – von der ersten Bewertung bis zum erfolgreichen Abschluss.

