Warum ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend?
Die Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs sollte idealerweise 12 bis 24 Monate vor dem geplanten Verkaufstermin beginnen. Diese Zeit ist notwendig, um alle relevanten Aspekte zu optimieren und den bestmöglichen Verkaufspreis zu erzielen. Eine professionelle Vorbereitung ermöglicht es Ihnen:
- Den Unternehmenswert zu steigern
- Potenzielle Käufer zu überzeugen
- Die Verhandlungsposition zu stärken
- Rechtliche und steuerliche Risiken zu minimieren
- Den Verkaufsprozess zu beschleunigen
Wichtig zu wissen: Laut Studien scheitern bis zu 70% aller Unternehmensverkäufe aufgrund mangelhafter Vorbereitung. Investieren Sie ausreichend Zeit in die Planung!
Schritt 1: Unternehmensbewertung durchführen

Wie ermittelt man den realistischen Wert eines Unternehmens?
Eine professionelle Unternehmensbewertung ist der Grundstein für einen erfolgreichen Verkaufsprozess. Sie liefert nicht nur einen realistischen Preiskorridor, sondern identifiziert auch Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens mit verschiedenen Methoden.
Gängige Bewertungsmethoden:
- Ertragswertverfahren: Basiert auf zukünftigen Erträgen
- Discounted-Cash-Flow-Verfahren: Bewertet zukünftige Zahlungsströme
- Multiplikatorverfahren: Nutzt Branchenkennzahlen als Vergleichsbasis mit Multiplikatoren
- Substanzwertverfahren: Bewertet die vorhandenen Vermögenswerte
Bewertungsfaktoren:
- Finanzielle Performance der letzten 3-5 Jahre
- Zukunftsperspektiven und Wachstumspotenzial
- Marktposition und Wettbewerbsvorteile
- Abhängigkeit vom Inhaber
- Qualität des Managements und der Mitarbeiter
- Kundenstamm und Lieferantenbeziehungen
Beauftragen Sie einen unabhängigen Experten mit der Bewertung, um zukünftige Fehler zu vermeiden. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit bei Verhandlungen und hilft, emotionale Faktoren auszuklammern und sich rechtlich abzusichern.
Schritt 2: Finanzielle Transparenz schaffen

Potenzielle Käufer werden Ihre Finanzen genauestens prüfen. Transparente, nachvollziehbare und bereinigte Finanzdaten sind daher unverzichtbar für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf.
Welche Finanzunterlagen müssen vorbereitet werden?
| Dokument | Zeitraum | Bedeutung |
| Jahresabschlüsse | Letzte 3-5 Jahre | Zeigen die finanzielle Entwicklung und Stabilität |
| Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) | Aktuelle und letzte 12 Monate | Geben Einblick in die aktuelle Performance |
| Umsatz- und Ergebnisprognosen | Nächste 3-5 Jahre | Verdeutlichen das Zukunftspotenzial |
| Steuerunterlagen | Letzte 3 Jahre | Belegen die Steuerkonformität |
| Anlagenverzeichnis | Aktuell | Dokumentiert Vermögenswerte |
Tipps zur finanziellen Optimierung:
- Bereinigen Sie außerordentliche oder private Aufwendungen
- Lösen Sie stille Reserven auf
- Optimieren Sie das Working Capital
- Reduzieren Sie Abhängigkeiten von einzelnen Kunden
- Dokumentieren Sie wiederkehrende Umsätze besonders sorgfältig
Vermeiden Sie kurzfristige Kostenreduzierungen, die langfristig schaden könnten. Käufer erkennen solche Maßnahmen in der Due Diligence und werden misstrauisch.
Schritt 3: Rechtliche Prüfungen abschließen

Eine gründliche rechtliche Prüfung vor dem Verkauf identifiziert potenzielle Risiken und ermöglicht deren Beseitigung, bevor sie zu Dealbreakern werden. Dies stärkt Ihre Verhandlungsposition erheblich.
Welche rechtlichen Aspekte müssen geprüft werden?
Verträge
- Kundenverträge
- Lieferantenverträge
- Miet- und Leasingverträge
- Arbeitsverträge
- Lizenzvereinbarungen
Eigentum & Rechte
- Immobilien
- Patente und Marken
- Urheberrechte
- Geschäftsgeheimnisse
- Domains und digitale Assets
Compliance
- Genehmigungen und Lizenzen
- Umweltauflagen
- Datenschutz (DSGVO)
- Arbeitsrecht
- Branchenspezifische Vorschriften
Besonders zu beachten:
- Change-of-Control-Klauseln: Prüfen Sie, ob Verträge bei Eigentümerwechsel gekündigt werden können
- Wettbewerbsverbote: Klären Sie frühzeitig, welche Einschränkungen nach dem Verkauf gelten
- Gesellschaftervereinbarungen: Bei mehreren Gesellschaftern müssen alle dem Verkauf zustimmen
- Haftungsrisiken: Identifizieren und minimieren Sie potenzielle Haftungsrisiken
Rechtliche Risiken frühzeitig erkennen
Lassen Sie eine vorbereitende Due Diligence durchführen, um rechtliche Risiken zu identifizieren und zu beseitigen, bevor potenzielle Käufer sie entdecken.
Schritt 4: Strategischen Verkaufszeitpunkt festlegen

Der richtige Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf kann den Verkaufspreis erheblich beeinflussen. Sowohl unternehmensinterne als auch externe Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wie wählt man den besten Verkaufszeitpunkt?
Interne Faktoren:
- Positive Geschäftsentwicklung der letzten Jahre
- Stabile oder wachsende Erträge
- Reduzierte Abhängigkeit vom Inhaber
- Etabliertes Management-Team
- Abgeschlossene Investitionen und Modernisierungen
Externe Faktoren:
- Günstige Branchenentwicklung
- Niedriges Zinsniveau für Käuferfinanzierungen
- Hohe Nachfrage nach Unternehmen in Ihrer Branche
- Positive wirtschaftliche Gesamtlage
- Günstige steuerliche Rahmenbedingungen
“Verkaufen Sie, wenn es Ihrem Unternehmen gut geht, nicht wenn Sie müssen. Der beste Zeitpunkt ist, wenn Ihr Unternehmen eine positive Entwicklung und gute Zukunftsaussichten vorweisen kann.”
Vermeiden Sie diese Verkaufszeitpunkte:
- Während einer Unternehmenskrise
- Bei gesundheitlichen Notfällen des Inhabers
- Unter akutem Zeitdruck
- In wirtschaftlichen Rezessionsphasen
- Bei ungelösten rechtlichen oder steuerlichen Problemen
Schritt 5: Verkaufsunterlagen erstellen

Professionelle Verkaufsunterlagen sind entscheidend, um potenzielle Käufer zu überzeugen und einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Sie sollten Ihr Unternehmen optimal präsentieren und alle relevanten Informationen transparent darstellen.
Welche Verkaufsunterlagen werden benötigt?
Teaser / Kurzprofil
Ein anonymisiertes 1-2-seitiges Dokument, das das Interesse potenzieller Käufer wecken soll.
- Branche und Geschäftsmodell
- Umsatz- und Ertragsgrößenordnung
- Alleinstellungsmerkmale
- Wachstumspotenzial
- Grober Preisrahmen
Information Memorandum
Ein detailliertes Verkaufsexposé mit allen relevanten Informationen (20-40 Seiten).
- Unternehmensgeschichte und -struktur
- Produkte und Dienstleistungen
- Markt und Wettbewerb
- Kunden- und Lieferantenstruktur
- Finanzielle Kennzahlen
- Management und Mitarbeiter
Business Plan
Eine zukunftsorientierte Darstellung der Geschäftsperspektiven.
- Strategische Ausrichtung
- Wachstumspotenziale
- Finanzplanung für 3-5 Jahre
- Investitionsbedarf
- Synergiepotenziale
- Risiken und Chancen
Tipps für überzeugende Verkaufsunterlagen:
- Professionelles Design und klare Struktur
- Faktenbasierte, nachprüfbare Aussagen
- Hervorhebung der Alleinstellungsmerkmale (USPs)
- Transparente Darstellung von Risiken und Herausforderungen
- Klare Zukunftsperspektiven aufzeigen
- Qualitativ hochwertige Bilder und Grafiken
Lassen Sie Ihre Verkaufsunterlagen von einem Experten erstellen oder prüfen. Professionelle Unterlagen steigern das Vertrauen potenzieller Käufer erheblich.
Schritt 6: Potenzielle Käufer identifizieren

Die Identifikation der richtigen Käufergruppe ist entscheidend für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf. Verschiedene Käufertypen haben unterschiedliche Motivationen und Bewertungsansätze.
Welche Käufergruppen kommen in Frage?
| Käufertyp | Vorteile | Nachteile | Besonderheiten |
| Strategische Investoren | Höhere Preisbereitschaft durch Synergien | Mögliche Integration in bestehende Strukturen | Fokus auf Marktanteile und Technologien |
| Finanzinvestoren | Professioneller Verkaufsprozess | Stärkerer Fokus auf Rendite | Suchen oft Plattform für weitere Zukäufe |
| Management Buy-In (MBI) | Erhalt der Unternehmensidentität | Oft geringere finanzielle Mittel | Branchenerfahrene Manager mit Eigenkapital |
| Management Buy-Out (MBO) | Reibungsloser Übergang | Finanzierungsherausforderungen | Eigenes Management übernimmt |
| Familieninterne Nachfolge | Erhalt des Familienerbes | Emotionale Herausforderungen | Oft günstigere Konditionen |
Wo findet man potenzielle Käufer?
- Unternehmensbörsen: z.B. nexxt-change, DUB
- M&A-Berater und -Plattformen: Professionelle Netzwerke mit vorqualifizierten Käufern
- Branchenveranstaltungen: Messen, Konferenzen, Fachtagungen
- Wettbewerber und Geschäftspartner: Unternehmen mit Expansionsplänen
- Internationale Käufer: Ausländische Unternehmen mit Interesse am deutschen Markt
Achten Sie auf absolute Vertraulichkeit bei der Käufersuche. Vorzeitige Informationen über einen geplanten Verkauf können Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter verunsichern.
Schritt 7: Verhandlungsstrategie entwickeln

Eine durchdachte Verhandlungsstrategie ist entscheidend, um den optimalen Verkaufspreis und die besten Konditionen zu erzielen. Bereiten Sie sich gründlich auf alle Aspekte der Verhandlung vor.
Wie entwickelt man eine erfolgreiche Verhandlungsstrategie?
Vorbereitung:
- Definieren Sie Ihre Minimalziele und Wunschziele
- Identifizieren Sie Ihre Verhandlungsspielräume
- Bereiten Sie Antworten auf kritische Fragen vor
- Sammeln Sie Argumente für Ihren Preisvorstellung
- Entwickeln Sie Alternativszenarien
Verhandlungstaktik:
- Starten Sie mit einer realistischen Preisvorstellung
- Verhandeln Sie mehrere Aspekte parallel
- Bereiten Sie Zugeständnisse strategisch vor
- Setzen Sie klare Grenzen
- Schaffen Sie Win-Win-Situationen
Wichtige Verhandlungspunkte:
Verkäuferfreundliche Bedingungen
- Hoher Barpreis-Anteil
- Geringe oder keine Garantien
- Kurze Haftungszeiträume
- Keine oder geringe Earn-Out-Komponenten
- Klare Übergaberegelungen
Käuferfreundliche Bedingungen
- Ratenzahlungen
- Umfangreiche Garantien
- Lange Haftungszeiträume
- Hohe Earn-Out-Komponenten
- Lange Einarbeitungszeit des Verkäufers
Tipps für erfolgreiche Verhandlungen:
- Ziehen Sie professionelle Berater hinzu (M&A-Berater, Rechtsanwalt, Steuerberater)
- Führen Sie Verhandlungen mit mehreren Interessenten parallel
- Bleiben Sie sachlich und faktenorientiert
- Dokumentieren Sie alle Verhandlungsschritte schriftlich
- Achten Sie auf vertrauliche Informationen
- Bereiten Sie sich auf Due-Diligence-Prüfungen vor
“Die Verhandlung beginnt nicht erst am Verhandlungstisch, sondern bereits mit dem ersten Kontakt zum potenziellen Käufer. Jede Information, die Sie teilen, beeinflusst Ihre Verhandlungsposition.”
Praxis-Tipps für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf

Checkliste: Wichtige Dokumente für den Datenraum
Finanzen & Steuern
- Jahresabschlüsse (3-5 Jahre)
- BWAs (24 Monate)
- Steuererklärungen (3 Jahre)
- Finanzplanungen
- Bankverträge und Kredite
- Inventarlisten
Verträge & Rechtliches
- Gesellschaftsverträge
- Kundenverträge
- Lieferantenverträge
- Miet- und Leasingverträge
- Arbeitsverträge
- Patente und Marken
Geschäftsbetrieb
- Organigramm
- Prozessbeschreibungen
- Kundenübersicht
- Lieferantenübersicht
- Produktkatalog
- Marketingmaterialien
Häufige Fehler beim Unternehmensverkauf vermeiden
Typische Fehler in der Vorbereitung:
- Unrealistische Preisvorstellungen
- Zu späte Planung der Nachfolge
- Mangelnde Transparenz bei Problemen
- Vernachlässigung steuerlicher Aspekte
- Fehlende Dokumentation wichtiger Prozesse
Typische Fehler in der Durchführung:
- Zu frühe Preisgabe vertraulicher Informationen
- Vernachlässigung des operativen Geschäfts
- Unzureichende Vorbereitung auf Due Diligence
- Zu starke emotionale Bindung
- Verhandlung ohne professionelle Unterstützung
Praxis-Tipp: Erstellen Sie einen detaillierten Zeitplan für Ihren Unternehmensverkauf mit klaren Meilensteinen und Verantwortlichkeiten. Dies hilft, den Überblick zu behalten und wichtige Schritte nicht zu vergessen.
Fazit: Mit guter Vorbereitung zum erfolgreichen Unternehmensverkauf

Die sorgfältige Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs ist der Schlüssel zum Erfolg. Mit unserem 7-Schritte-Plan haben Sie eine strukturierte Anleitung, um Ihren Verkaufsprozess optimal zu gestalten und den bestmöglichen Preis für Ihr Lebenswerk zu erzielen.
Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung, ziehen Sie bei Bedarf Experten hinzu und behalten Sie stets Ihre Ziele im Blick. Ein professionell vorbereiteter und durchgeführter Unternehmensverkauf bietet nicht nur finanzielle Vorteile, sondern sorgt auch für einen würdigen Abschluss Ihrer unternehmerischen Tätigkeit und einen reibungslosen Übergang für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner.
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Häufig gestellte Fragen zum Unternehmensverkauf
Wie lange dauert die Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs?
Die optimale Vorbereitungszeit beträgt 12 bis 24 Monate. In dieser Zeit können alle relevanten Aspekte optimiert und der Unternehmenswert gesteigert werden. Der eigentliche Verkaufsprozess dauert dann in der Regel weitere 6 bis 12 Monate, abhängig von der Unternehmensgröße und Komplexität.
Was senkt den Unternehmenswert bei einem Verkauf?
Zu den häufigsten wertmindernden Faktoren zählen: hohe Abhängigkeit vom Inhaber, Kundenkonzentration (wenige Großkunden), veraltete Technologien oder Geschäftsmodelle, ungelöste rechtliche Probleme, fehlende Dokumentation wichtiger Prozesse, schwankende oder rückläufige Erträge sowie ein hoher Investitionsstau.
Wann sollte ich Mitarbeiter über den geplanten Verkauf informieren?
Die Information der Mitarbeiter sollte wohlüberlegt erfolgen. In der Regel empfiehlt es sich, erst dann zu informieren, wenn der Verkauf weitgehend sicher ist – idealerweise nach Unterzeichnung eines Letter of Intent (LOI). Eine zu frühe Information kann zu Verunsicherung führen und den Verkaufsprozess negativ beeinflussen.
Welche steuerlichen Aspekte sind beim Unternehmensverkauf zu beachten?
Die steuerliche Gestaltung eines Unternehmensverkaufs ist komplex und sollte frühzeitig mit einem Steuerberater geplant werden. Wichtige Aspekte sind die Wahl zwischen Asset Deal und Share Deal, die Nutzung von Freibeträgen (z.B. § 16 EStG für Unternehmer über 55 Jahre), die Fünftelregelung zur Steuerglättung sowie die Optimierung der Unternehmensstruktur vor dem Verkauf.
Wie finde ich den richtigen M&A-Berater für meinen Unternehmensverkauf?
Achten Sie bei der Auswahl eines M&A-Beraters auf nachweisbare Erfahrung in Ihrer Branche, Referenzen von erfolgreichen Transaktionen, Transparenz bei den Honorarmodellen, ein breites Netzwerk potenzieller Käufer sowie eine persönliche Chemie, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht. Führen Sie Gespräche mit mehreren Beratern, bevor Sie sich entscheiden.

